Vietnam Rundreise 2/17: Hanoi, Busfahrt durchs Verkehrschaos nach Halong, Reisfelder

Am ersten Tag unserer Rundreise machten wir uns mit dem Bus auf den Weg von Hanoi nach Halong. Gar nicht so einfach sich durch den Verkehr von Hanoi zu schlängeln 😉 Während der Fahrt hat uns unsere Reiseleiterin Nga viele interessante Sachen über das Leben in Vietnam erzählt. Sehr idylisch war dann ein Stopp bei einigen Reisbauern.

 

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Sonntag, 4. November 2007 – 16.20 Uhr Halongbucht/Vietnam:

Birgit schrieb:

Erfreulicherweise sind wir heute erst um 9.00 Uhr in Hanoi aufgebrochen. D. h. wir konnten bis um 7.00 Uhr schlafen und uns dann in Ruhe fertig machen. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir dann mit dem Reisebus los in Richtung Halong. Auf dem Weg dorthin hat uns unsere Reiseleiterin Nga (das bedeutet auf Vietnamesisch Russland – sie wurde in Moskau geboren) viele interessante Dinge über Vietnam und auch ihr eigenes Leben erzählt. Hier mal ein paar Dinge, die ich mir merken konnte:

– Nga hat in Leipzig von 1988 bis 1995 studiert. Ihr Studium wurde vom Staat bezahlt. Allerdings musste sie dort hin gehen, wohin sie der Staat geschickt hat, in ein anderes sozialistisches Land. Zwischen denen gab es entsprechende Abkommen. Insgesamt war das wohl die schönste Zeit ihres Lebens, dann damals gab es in Vietnam noch nicht viel. Während der Trennung von Nord- und Südvietnam wurden Lebensmitelmarken verteilt, die kaum zum Überleben reichten. Mittlerweile kann jeder in Vietnam wenigstens so viel verdienen, dass es zum überleben reicht. Einen großen Unterschied gibt es zwischen der Stadt und dem Land. Das Leben auf dem Land als Bauer ist recht mühselig und reicht gerade zum Überleben. Das ist auch ein Grund, warum es immer mehr junge Leute in die Stadt zieht. Dort haben sie die Möglichkeit z. B. auch zwei Jobs nachzugehen. Nga arbeitet z. B. als Leiterin einer Modefirma und ist nebenbei Reiseleiterin.

– 90 % der Bevölkerung sind Buddhisten. Allerdings wird der Glaube nich so extrem wie z. B. in Thailand ausgelebt. Gebetet wird hauptsächlich an drei Tagen im Monat, die nach dem Mondkalender gehen. Die Vietnamesen haben also sozusagen zwei Kalender. Den christlichen für die Arbeit und den Mondkalender für den Glauben. Der Mondkalender hat auch zwölf Monate aber jeder Monat hat generell 30 Tage.

– Wenn ein Angehöriger stirbt, glauben die Buddhisten, dass die Seele wieder aufersteht. Deshalb streuen sie bei der Beerdigung viele bunte Papierschnipsel auf dem Weg vom Haus zum Friedhof. Diese sollen der Seele den Weg zurück nach Hause zeigen. Die Beerdigung findet auch nicht an irgendeinem Tag statt. Hier wird vorher ein Wahrsager befragt, der einem gute und schlechte Tage für die Beerdigung nennen kann. Die Seele bleibt dann ca. 100 Tage im Haus und bekommt täglich von den Angehörigen Essen und Trinken auf einem Altar. Danach geht sie dann in den Himmel oder die Hölle. Am Todestag kommt die Seele dann wieder zu Besuch und es wird groß gefeiert. Der Geburtstag wird in Vietnam z. B. gar nicht gefeiert, lediglich die jüngeren Leute machen dies neuerdings, da sie das so im Ausland gelernt haben.

– In Hanoi hat uns Nga nochh auf das „Nudelviertel“ aufmerksam gemacht. Als „Nudel“ werden die Frauen bezeichnet, mit denen einige Männer ihre Ehefrauen betrügen. Der Begriff Nudel kommt daher, dass die Vietnamesen ja täglich Reis essen, aber auch ab und zu mal Nudeln brauchen. Dementsprechend ist die Ehefrau der Reis und die Freundin die Nudel 😉

– Viele Häuser in Hanoi sind sehr schlank nach oben gebaut. Das liegt daran, dass die Grundstückspreise mittlerweile enorm hoch sind. So kaufen die Leute nur wenige Meter direkt an der Straße und bauen dann nach hinten und oben weiter aus. Direkt am roten Fluss stehen die unteren Etagen immer leer, da das Wasser in der Regenzeit extrem ansteigt un somit die Häuser flutet. Als Transportmittel bleibt den Bewohnern dann nur noch das Boot.

Chaotischer Verkehr in Hanoi

Reisbäuerinnen bei der Arbeit

Markus… das nächste Motiv immer im Blick 😉

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