New York/Kanada zum Indian Summer #04 – Ground Zero, Helikopterflug und Brooklyn Bridge

Heute hatten wir wieder etwas ganz Besonderes vor. Zuerst wollten wir noch einmal in Ruhe Ground Zero besuchen. Anschließend sollte es nach Little Italy gehen um bei Lombardi, der ältesten Pizzeria New Yorks eine Pizza zu essen. Das Highlight des Tages sollte ein Helikopter Flug über den Hudson River werden! Zum Abschluss des Tages fuhren wir mit der Bahn nach Brooklyn und vom dortigen East River Ufer den Sonnenuntergang mit Blick auf Manhattans Skyline zu bewundern. Anschließend spazierten wir im Dunkeln über die Brooklyn Bridge in Richtung Manhattan zurück. Aber schaut doch mal selber:

In unser Reise-Tagebuch schrieben wir folgendes:

Freitag, 23. September 2016

Seit wir in New York sind, sind wir morgens um 6:00h aufgestanden, um ja den vollen Tag ausnutzen zu können. Heute waren wir mal ganz verrückt und haben bis fast sieben Uhr ausgeschlafen ;-). Ganz gemütlich haben wir uns fertig gemacht und haben erst um halb elf das Hotel in Richtung Ground Zero verlassen. Mit der Bahn kommen wir inzwischen gut zurecht, so dass die Anfahrt problemlos war.

Subway fahren ist gar nicht so schwer 😉

Vor Ort konnten wir diesen besonderen Ort noch einmal ohne Zeitdruck und Hektik auf uns wirken lassen. Neben den vielen Touristen, für die dieser Ort nur eine weitere Sehenswürdigkeit und eine Gelegenheit für ein Facebook Selfie ist, gab es ebenso viele, die deutlich entschleunigt inne hielten. Die vielen grünen Eichen spendeten an diesen sehr heißen und sonnigen Tag Schatten, so dass wir uns auch etwas abseits ausruhten und einfach nichts machten, außer zu reden und zu beobachten.

Das neue One World Trade Center
🙁
Dieses Gebäude wurde einer Friedenstaube nachempfunden

Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Weg nach Little Italy. Nach kleinem Fußmarsch kamen wir wieder in das Viertel, in dem gerade das Stadtviertel Fest stattfand. Bei Lombardis angekommen konnten wir noch einen der sehr wenigen Tische ergattern und bestellten uns eine große Pizza zum teilen. Die war riesig und richtig, richtig lecker!

Lombardis … die äteste Pizzeria in New York
Seeeeeehr lecker 🙂

So langsam war es deutlich nach 13:00 Uhr und wir machten uns auf dem Weg zum Pier der Staten Island Ferry. Gleich nebenan sollte nämlich der Helikopter Port sein. Der Weg dahin war aber gar nicht so einfach, denn wir fuhren unbeabsichtigt mit der U-Bahn hin- und her. Wir haben erst später kapiert, dass wir trotz durchgängig blauer Linie von der 6 in die 5 steigen müssen. Nach etwas Verwirrung kamen wir aber schließlich am Bowing Green und somit direkt am Battery Park, einer der wenigen größeren Grünflächen abgesehen vom Central Park in Manhattan, an. Von hier aus gingen die Ausflugsboote zur Statue of Liberty. Wir haben die Dame ja schon bei Nacht vom Boot aus gesehen, daher stand das nicht mehr für uns auf dem Programm. Wir spazierten also weiter, immer nach den nächsten Schatten Ausschau haltend. Es war mit über Dreizig Grad und wolkenlosen Himmel wieder sehr warm geworden.

Am Staten Island Ferry Terminal vorbei kamen wir schließlich am Heli Terminal an. Wir hatten den Flug für 16.30 Uhr gebucht und sollten um 15.45 Uhr vor Ort sein. Wie immer waren wir überpünktlich und schon um 15.00 Uhr da. Kein Problem hieß es, wir könnten schon einen Flug früher mit. Nach kurzen Security Check und Anmeldung bezahlten wir noch die Security Gebühr von 2 x 35 US Dollar. Außerdem buchten wir spontan ein Video Paket, welches Aufnahmen von uns und dem Heli beinhaltete. Zack, noch einmal 69 US Dollar ;-). Zusammen mit den Fotos auf USB Sticks (nochmal 35 US Dollar) kostete uns der Spaß mit den vorab gebuchten eigentlichen Tickets nun fast 700 US Dollar. Holla, die Waldfee. Aber wir freuten uns sehr darauf, dann kommt es darauf auch nicht mehr an.

Wir mussten sämtliche Sachen (inklusive Saugnapf der GoPro Kamera!) in einen kostenlosen Schließfach lassen. Nur die Kameras durften wir mitnehmen. Wir haben noch schnell das Ansteckmikrofon in das iPhone gesteckt und auf Aufnahme gedrückt – und schon ging es aufs Flugdeck. Hier wuselte nun der gebuchte Kameramann um uns herum und filmte drauflos. Auch Fotos wurden geschossen. Dann ging es auch schon ans einsteigen. Zuerst waren wir beide auf der Rückbank in Flugrichtung unsere Plätze zugewiesen worden. Dann nach kurzer Diskussion durfte Markus aber auf den Logenplatz, direkt nach vorne! Wow! Besser geht es ja nicht. Da staunten wir auch nicht schlecht, als eine PilotIN auf der rechten Seite des Helikopters am Steuerknüppel saß.

Wir schnallten uns an und Markus steckte noch schnell das Ansteckmikrofon in die Ohrmuschel des Headsets, welches jeder Fluggast aufsetzte. Damit konnten wir den Funk der Pilotin, der Fluglotsen, des Tourguides vom Band und die Musik mitschneiden. Nach kurzen Hallo auf Englisch wurden noch schnell von außen die Fenster für eine gute Sicht geputzt. Die Rotoren liefen auf Hochtouren und die Pilotin startete von U2 „where the streets have no name…“ auf dem iPod und speiste den Ton in den Bordfunk ein. Wie cool war das denn bitte! Das kann man sich nicht besser ausdenken! 😉 Das lange Gitarrenintro mit immer zunehmender Intensität lief. Zeitgleich wurden die Rotoren immer lauter. Bei der ersten Zeile „I wanna run…“ hoben wir plötzlich in einer steilen Rechtskurve ab, dem Himmel entgegen. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn!!! Wie im Film, besser geht es einfach nicht.

Los geht’s 🙂

Völlig schwerelos ging es zügig in Richtung Statue of Liberty. Mit zwei Kameras in der Hand versuchte Markus, neben dem Dauergrinsen und einfach nur Glücklich sein, einige gute Motive zu filmen – und zeitgleich nicht vergessen, den Flug zu genießen. Birgit hatte im Fond die Spiegelreflex in der Hand und etwas Pech, denn die Kamera zickte beim Fokusieren. Die helle Sonneneinstrahlung und Fensterscheiben machten das nicht einfacher. Aber anstatt sich zu ärgern, hat Birgit sich einfach zurückgelehnt und den Flug in vollen Zügen bewusst und ungestört genossen. Wir flogen den Hudson River an der Skyline von Manhattan vorbei, hoch in Richtung Harlem. Wir konnten den Hafen und auch den Flugzeugträger Intrepid bewundern. Sämtliche Wolkenkratzer sahen aus dieser Perspektive und bei diesen tollen Wetter einfach großartig aus. Dazu spielte unsere Pilotin neben den Guide Ansagen immer wieder Musik mit Bezug zu New York ein, etwa von Frank Sinatra oder Alisha Keys. Die Atmosphäre war einfach großartig. Kurz hinter der George Washington Bridge drehten wir schließlich und machten uns auf den Rückweg in Richtung Heliport. Die Aussicht war wieder grandios, einfach toll. Nach insgesamt knapp 18 Minuten setzen wir völlig weich und stabil zur Landung an.

Pure Endorphine wurden ausgeschüttet, ein ganz tolles Erlebnis! Zurück am Heliport erhielten wir noch die URL zum downloaden des Videos sowie einen USB Stick mit den von uns geschossenen Fotos. Wir mussten das Erlebte erst einmal verarbeiten und gönnten uns ein Bier für je 8 US Dollar im Battery Park, bevor wir uns auf den Weg nach Brooklyn machten.

Nach kurzer Pause und ein paar Mal umsteigen kamen wir schließlich an der High Street in Brooklyn an. Von Dort aus gingen wir etwa 15 Minuten zu Fuss zum Ufer des East River. Genau zwischen der Brooklyn und der Manhattan Bridge hatten wir einen herrlichen Blick zum anderen Ufer Manhattans. Die Sonne neigte sich langsam in Richtung Horizont und wir stellten das Stativ für einen weiteren Timelapse auf. Immer mehr Fotografen gesellten sich hinzu. Ein Geheimspot war das hier offensichtlich nicht. 😉

Wir kamen auch sogleich mit einigen ins Gespräch und tauschten uns unter Reisenden aus. Gegen 19.00 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zum Anfang der Brooklyn Bridge, wo man als Fußgänger aufsteigen konnte. Ganz gemütlich spazierten wir über die nur spärlich beleuchtete Brücke in Richtung Manhattan. Nach knapp 45 Minuten waren wir drüben und es hat sich wirklich gelohnt. Auch das war ein besonderes Highlight und ein super Abschluss für den heutigen Tag!

Gute Nacht New York