MYANMAR #07 – Unterwegs zum „Goldenen Felsen“ (Burma mit Take Off Reisen)

Wir verlassen Yangon und machen uns auf dem Weg zum Goldenen Felsen. Während der sechs stündigen Fahrt dorthin machen wir noch zwei Stopps in Bago uns schauen und zwei Pagoden an. Der Weg zum Goldenen Felsen in unserem Minivan endet im Basislager. Von dort aus geht es nur noch mit einem Truck weiter… ganz schön abenteuerlich. Die Stimmung auf dem Pagodengelände des Goldenen Felsens war wieder sehr mystisch… viele Gläubige erleben zusammen einen friedlichen Abend… unglaublich schön. Aber schaut doch mal selber:

In unser Reise-Tagebuch schrieben wir folgendes:

Samstag, 28.11.2015 – Goldener Felsen

Unsere Zeit in Yangon war um. Um Acht Uhr wurden wir von Sai und unserem Fahrer Min am Hotel abgeholt. Wir quälten uns durch den frühen Verkehr in Yangon um uns auf den Weg zum Goldenen Felsen zu machen. Diese Fahrt würde ca. fünf bis sechs Stunden dauern. Damit wir auf dem Weg dorthin auch etwas zu sehen bekommen würden, würden wir noch zwei Stopps in Bago einlegen.

Der Verkehr in Myanmar nimmt immer mehr zu, seit vor kurzem das Verbot zum Importieren von Autos aufgehoben wurde. Dies führt nicht nur zu einem Problem zur Rushhour auf den Straßen, es gibt auch ein Problem mit genügend Parkplätzen. Aus diesem Grund müssen die Menschen mittlerweile nachweisen dass sie einen Parkplatz haben, wenn sie ein Auto kaufen wollen. Manchmal sind die Leute aber auch nicht ganz ehrlich und präsentieren das Foto eines Parkplatzes, den es eigentlich gar nicht gibt 😉

In Bago angekommen, schauten wir uns zuerst die Kyaikpun Pagode mit vier Buddha Statuen an… eine blickte in jede Richtung. Einer Legende nach wurde diese Statue von vier Schwestern errichtet, die sich gegenseitig das Versprechen gaben niemals zu heiraten. Als Zeichen dieses Versprechens ließen sie diese Statuen errichten, eine symbolisierte jeweils eine Schwester. Als später eine von ihnen doch heiratete, wurde ihre Statue auf mystische Weise zerstört. Dies ist aber nur eine Legende. Auf dem Gelände ist auch das Abbild des Königs zu sehen, der diese Pagode tatsächlich errichtete.

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Auf der Fahrt gibt es wie immer viel zu entdecken… ein LKW vollgestopft mit Kohl… wie dieser verladen wird haben wir Tage später noch einmal gesehen.

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Angekommen in Bago… ganz schön groß.

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Wir gehen einmal um die vier Damen herum…

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… sie sehen ähnlich aus… aber nicht gleich 🙂

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Diese Glocken werden wieder dafür benutzt…

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… um von seinen guten Taten zu berichten.

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Dieser König hat die Pagode eigentlich gebaut 😉

Die zweite Pagode, die wir uns ansahen, hatte eine ca. 114 m hohe Stupa. Dieser Stupa ist damit ca. 15 Meter höher wie die  Stupa der Shwedadon Pagode in Yangon, sie heiß Shwemawdaw Pagode. An diesem Stupa wurden in diesem Jahr Renovierungsarbeiten durchgeführt. Aus diesem Grund war der obere Teil mit einem Bambusgerüst umhüllt. Darunter konnte man schon die schwarze Lackschicht sehen, auf der dann das Blattgold aufgetragen ist. So ein Stupa ist oft innen aus Backsteinen und wird dann außen herum verziert. Meist werden diese Stupas alle vier Jahre restauriert.

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Die Shwemawdaw Pagode ist ähnlich imposant wie die Shwedagon Pagode in Yangon…

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… und sie ist sogar noch knapp 15 Meter höher.

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Wie auch in Yangon kann man einmal komplett….

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… um die Stupa rumgehen und einiges entdecken.

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Überall glänzen die Gebäude golden…

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… oder sind farbenfroh bemalt.

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Bei einem Erdbeben ist die ursprüngliche Spitze der Stupa abgebrochen…

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…. sie ist den Burmesen heute noch heilig.

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Die einzelnen Schiffchen auf diesem Karussell stehen für verschiedene Wünsche… die Gläubigen versuchen mit ihren Spenden das jeweilige Schiffchen zu treffen, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

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Die Burmesen sind stolz, wenn sie ihren Glauben nachgehen können… und halten dies auch gerne in Fotos fest.

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Ein Buddha komplett aus Bambus… so etwas hatten wir bisher auch noch nicht gesehen.

Weiter ging es zum goldenen Felsen. Kurz vor dem Basislager machten wir noch einen kleinen Stopp in einem lokalen Restaurant. Hier wurde das Essen serviert, ähnlich wie in einer Kantine. Viele verschiedene Gerichte standen zur Auswahl. Da Markus ein wenig Probleme mit dem Magen hatte, entschieden wir uns für eine Nudelsuppe mit Gemüse. Diese war sehr schmackhaft. Leider schafften wir beide nur die Hälfte, so dass auch eine genügt hätte 😉

Am Basislager angekommen, trauten wir unseren Augen nicht. Tausende von Menschen wuselten durcheinander. Weiter hinauf zum goldenen Felsen, ging es nur mit Trucks. Aus diesem Grund durften wir auch nur die Sachen für eine Übernachtung mitnehmen. Also jeder einen Rucksack und eine Fototasche. So ein Truck hat auf seiner Ladefläche sieben „Bänke“. Eigentlich sind dies nur gepolsterte Holzplanken. Die Rückenlehne ist jeweils der Griff zum Festhalten für die nächste Reihe. In jeder Reihe muss Platz für sechs Leute sein. In der Fahrerkabine sind nochmal sechs Plätze, so dass bei jeder Fahrt 48 Passagiere mitkommen können.

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Damit ging es weiter zum goldenen Felsen… da ist es verständlich, dass wir nur „Handgepäck“ dabei haben durften 🙂

Eigentlich steigt man über eine Rampe in den Truck. Sai kletterte aber beim nächsten ankommenden Truck gleich von der Seite in die erste Reihe und Markus ihm natürlich hinterher. Udo und ich nahmen den offiziellen Weg über die Rampe, was sich auch schon als äußerst wacklige Angelegenheit darstellte. Obwohl wir Europäer ja nun mal ein wenig breiter sind, als die meisten Asiaten, passten in unsere Reihe auch noch zwei Mönche… das war eine sehr kuschelige Angelegenheit 😉

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Es dauerte nur ein paar Minuten und der Truck war voll besetzt.

Schnell war der LKW voll und wir abfahrbereit. Die Bremsen wurden noch auf den ersten Metern der Fahrt getestet und dann ging es auch schon los.

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Markus hat sich den „Fensterplatz“ gesichert 😉

Von ca. 150 Höhenmeter mussten wir bis auf 1.200 Höhenmeter kommen. Steil schängelte sich die Straße den Berg hoch. Wir hatten einen recht rasanten Fahrer erwischt, der auch gerne mal die anderen LKWs, die schon unterwegs waren überholte. Bis zum Mittellager ging dies problemlos. Der letzte Streckenabschnitt war allerdings nur einspurig befahrbar. Aus diesem Grund sprechen sich die Fahrer über Walkie Talkie ab, dass immer nur ein Konvoi in eine Richtung unterwegs war.

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Die LKWs mussten viele Höhenmeter überwinden…

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… wir hatten einen besonders rasanten Fahrer erwischt.

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Kurz vor dem Ziel waren wir schon sehr hoch.

Oben am goldenen Felsen angekommen waren ohne Ende Menschen unterwegs. Das nächste Abenteuer war dann den LKW wieder zu verlassen. Es gab auch Rampen, aber diese Plattformen waren ohne Absicherung. Also eine ca. zwei mal vier Meter hohe Stahlplatte in ca. zweieinhalb Meter Höhe, über die vierzig Menschen den Truck verlassen. Da uns das alles recht unsicher war, haben wir fast bis zum Schluss gewartet um auszusteigen.

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Der Weg zum Hotel war gesäumt…

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… von vielen Händlern, die ihre Waren anboten.

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Der Ort war steil an den Hang gebaut.

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Zum Hotel ging es noch ein kleines Stück bergauf.

Von der Haltestelle der Trucks war es nur ein kurzer Fussmarsch zu dem Mountain Top Hotel in dem wir untergebracht waren. Das Hotel ist mitten in den Berg gebaut und die Zimmer erstrecken sich über mehrere Etagen in die Tiefe. Wir hatten das Gefühl, dass wir im Keller untergebracht waren… viele Stufen nach unten führten zu unserem Zimmer 602. Das Zimmer war einfach, aber sauber. Wir hatten kurz Zeit um uns frisch zu machen und umzuziehen. Sai empfahl uns eine Jacke mitzunehmen, da es nach Sonnenuntergang auf 1.200 Meter recht frisch wird. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg.

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Angekommen am Hotel

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Die Zimmer waren einfach eingerichtet…

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… aber sehr sauber.

Wieder waren wie als Ausländer in der absoluten Minderheit, und teilweise auch eine Attraktion. Oft wurden wir gefragt, ob man ein Foto mit uns machen dürfte. Es war wieder eine ganz besondere Stimmung, die Menschen kamen auf das Pagodengelände um dort die Nacht zu verbringen. Ganze Familien schlugen ihr Nachtlager auf, es wurde geredet und zusammen gegessen. Daneben spielten die Kinder, gerade die bekamen immer ganz große Augen, wenn sie uns sahen.

Nachdem wir unsere Schuhe wieder am Eingang abgegeben hatten, kamen wir zuerst an dem vergoldeten Schiff vorbei. Der Legende nach, war dies das „Rettungsboot“ von dem Boot, welches den Goldenen Felsen einst hierher transportiert hat.

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Der Eingang zum Pagodengelände…

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… und nochmal ein Blick zurück.

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Das „Rettungsboot“ 😉

Schon wenn man den Goldenen Felsen dann von weitem erblicken kann, ist dieser sehr beeindruckend. Es entbehrt jeder wissenschaftlichen Erklärung, dass dieser über 600 Tonnen schwere Granitblock dort oben stehen bleibt. Der Legende nach wird er von nur einem Haar Buddhas gehalten. Sai erzählte uns, dass er ursprünglich mal gar nicht auf dem Felsen aufgelegen hat und man auch heute noch einen Faden unten drunter durchziehen könnte. Wir schauten ihn recht ungläubig an. Als wir dann aber näher kamen, war tatsächlich noch eine doch recht große Lücke an einem Teil des Felsens ersichtlich, die nicht auflag… einfach unglaublich!!!

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Schon von weitem ist der Goldene Felsen sehr beeindruckend.

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Viele Gläubige kommen an diesen heiligen Ort…

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… um hier eine Nacht zu verbringen.

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Es gibt tatsächlich einen kleinen Spalt der nicht aufliegt… irgendwie unglaublich!

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Da muss ein Erinnerungsfoto her 🙂

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Und ein Spaßfoto muss auch noch sein 😉

Es ging so langsam auf den Sonnenuntergang zu und die Gläubigen begannen kleine Kerzen anzuzünden… eine unglaublich tolle Atmosphäre. Wir gingen langsam im Strom der Gläubigen einmal um den Felsen rum. Immer wieder zückten wir die Kamera um dieses schöne Erlebnis mit Bildern festzuhalten. Wir waren wieder tief bewegt.

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Die untergehende Sonne bot uns ein schönes Schauspiel…

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…. faszinierend.

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Den Goldenen Felsen …

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… dürfen nur Männer berühren.

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Die Kerzen schufen eine ganz besondere Atmosphäre.

Das Gelände der Pagode ist riesengroß. Es gibt unzählige Verkaufsstände in denen allerlei Köstlichkeiten oder auch Souvenirs angeboten wurden. Überall waren Menschen. Trotz der Enge und des nicht ablassenden Strom von Menschen war alles ganz friedlich. Niemand war agressiv oder ist laut geworden. Wie sagte Sai doch so schön: Wenn wir auf einem Pagodengelände sind, ist unsere Seele ganz sanft.

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Großer Andrang an den Verkaufsständen.

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Und immer wieder kommt einem der Goldenen Felsen in den Blick.

Gegen sechs Uhr war es schon komplett dunkel. Wie uns vorausgesagt wurde, wurde es schlagartig kälter. Wir genossen noch einmal den Anblick vom vergoldeten Felsen und machten uns dann auf den Rückweg.

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So schön das Kerzenlicht auch war…

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… ein wenig vernebelten sie auch die Sicht 😉

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Tschüss Goldener Felsen… das war wieder ein Tag voller toller Eindrücke.

Nach dem Abendessen im Hotel fielen wir müde, aber auch mit einem Lächeln im Gesicht ins Bett. Gute Nacht 🙂

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